Kein Faktor entscheidet so sehr über einen sicheren Flug wie das Wetter. Diese Seite fasst die wichtigsten Grundlagen zusammen. Konkrete Grenzwerte für die eigene Flugentscheidung lernt man in der Ausbildung und mit Erfahrung; im Zweifel bleibt man am Boden.
Offizielle Quellen in der Schweiz
- MeteoSchweiz: Prognosen, Warnungen, Radar und Föhninformationen.
- skybriefing.com: Flugwetter und täglicher Luftraumstatus (DABS) für die Schweiz.
- Webcams der Bergbahnen zeigen Wolken, Sicht und Windsack vor Ort.
- Zusätzlich verbreitet: Modellkarten für Wind in verschiedenen Höhen (zum Beispiel 850 hPa, rund 1'500 m, und 700 hPa, rund 3'000 m).
Föhn erkennen
Föhn ist ein warmer, trockener und böiger Fallwind auf der Leeseite der Alpen. Für Gleitschirme ist er wegen starker Turbulenz, Rotoren und Leewellen gefährlich.
- Föhnmauer: eine stehende Wolkenwand über dem Alpenhauptkamm.
- Linsenförmige Wolken (Lenticularis) als Zeichen starker Höhenströmung.
- Ungewöhnlich gute Fernsicht, warme und trockene Luft.
- Druckunterschied zwischen Alpensüdseite und Alpennordseite: Je grösser er ist, desto stärker der Föhn. MeteoSchweiz veröffentlicht dazu Föhninformationen.
Bei Föhnlage wird nicht geflogen, auch wenn es am Startplatz ruhig wirkt.
Wolken lesen
- Cumulus humilis: flache Schönwetterwolken mit klarer Basis, Zeichen für Thermik. Die Basis zeigt, wie hoch die Thermik etwa reicht.
- Cumulus congestus: stark in die Höhe wachsende Wolken. Sie können sich zu Gewittern entwickeln; Abstand halten und die Entwicklung beobachten.
- Cumulonimbus: Gewitterwolken mit Amboss. Sofort landen und grossen Abstand halten; ihr Sog und ihre Böen reichen weit.
- Lenticularis: glatte, linsenförmige Wolken, oft bei Föhn und starkem Höhenwind.
Wind verstehen
Am Startplatz zählt der Wind vor Ort, für den Flug auch der Wind in der Höhe. Ein ruhiger Startplatz kann täuschen, wenn darüber starker Wind weht. Im Tagesverlauf entwickeln sich in den Alpentälern Talwinde: tagsüber talaufwärts, abends und nachts talabwärts. Sie können am Nachmittag deutlich auffrischen und die Landung erschweren.
Gewitter früh erkennen
- Schnell wachsende, hohe Quellwolken, besonders am frühen Nachmittag.
- Auffallend starkes, grossflächiges Steigen und plötzlich drehender oder auffrischender Wind.
- Dunkle Basis, Niederschlag in der Umgebung, Donner.
Bei ersten Anzeichen rechtzeitig landen. Ein Gewitter wird für Gleitschirme schon lange vor dem Regen gefährlich.
Checkliste vor dem Flug
- Prognose aus mehreren Quellen verglichen, Warnungen geprüft.
- Föhnlage ausgeschlossen.
- Höhenwind und Talwind für Start, Flug und Landung passend.
- Gewitterrisiko für den ganzen geplanten Flug beurteilt.
- Luftraum (DABS) und Geländeregeln geprüft.
- Bedingungen passen zu Ausbildung, Erfahrung und Tagesform.